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Nahrungsergänzung: Brauche ich das überhaupt?

28. Juni 2019

„Es wäre schön, wenn wir unseren Nährstoffbedarf vollständig über die Ernährung decken können, doch das ist nicht möglich.“ Wir haben eine Expertin in Sachen Ernährung gefragt, ob und warum Nahrungsergänzungsmittel überhaupt Sinn machen.

Um unsere Haut und unseren Körper so gesund und schön wie möglich zu halten, brauchen wir viele verschiedene Nährstoffe und diese zudem in ausreichender Menge. Manche wirken auch nur in bestimmten Kombinationen richtig, oder können nur in einer bestimmten Form von unserem Organismus verwertet werden. Ganz schön komplex! Kein Wunder, dass viele wissenschaftliche Studien beweisen, dass wir oftmals bestimmte Nährstoffe aus der Nahrung nicht in ausreichender Menge bekommen. Solche Defizite werden meistens zuerst an Haut, Haaren und Nägeln sichtbar. Welche Vitamine und Mineralien als Nahrungsergänzung sinnvoll sind, um den Körper immer optimal zu versorgen, verrät uns Ernährungscoach Suse Leifer, Co-Founder von Ogaenics:

Ernährungscoach Suse Leifer

Warum eine gesunde Ernährung oft nicht ausreicht

„Der Verzehr von viel Obst und Gemüse, reich an Antioxidantien, gilt unter Ernährungsexperten als gut für den ganzen Körper, einschließlich der Haut. Ein sogenannter Regenbogen an verschiedenfarbigem Obst und Gemüse auf dem Teller wird dabei als die Erfolgsformel für gute Gesundheit gehandelt. Das ist auch ein optimaler Ansatz. Aber beispielsweise der bekannte US-Mediziner Al Sears ist der Meinung, dass wir heute zehnmal so viel Obst und Gemüse essen müssten, um die gleiche Menge an Vitaminen und Mineralstoffen wie vor 50 Jahren zu bekommen.

Tatsächlich zeigt die aktuelle Forschung, dass unser Bedarf an bestimmten Nährstoffen allein über die Nahrung heutzutage unter Umständen gar nicht mehr gedeckt werden kann. Zum einen, weil bestimmte Nährstoffe nur selten in unseren Lebensmitteln zu finden sind. Zum anderen, weil der der Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel nachweislich gesunken ist. Ein Apfel hat laut Wissenschaft heute rund 60% weniger Vitamin C als noch vor 20 Jahren. Bei Erdbeeren ist es sogar 87% weniger Vitamin C-Anteil. Ähnlicher Fall beim Magnesium: Brokkoli enthält heute 55% weniger davon als vor 20 Jahren. Spinat hat sogar 76% weniger. Man kann aber natürlich nicht einfach dreimal so viel von allem essen wie früher.“

Unsere Lebensmittel enthalten immer weniger Nährstoffe

„Der Grund für diesen geringeren Nährstoffgehalt der Lebensmittel ist unter anderem das meist noch unreif geerntete Obst und Gemüse, zu lange Transportwege und Lagerzeiten sowie die ausgelaugten Böden. Bio-Obst und -Gemüse liefert zwar immer noch mehr Nährstoffe als konventionell angebaute Lebensmittel, aber das reicht dennoch bei bestimmten Vitaminen und Mineralien nicht aus, um optimal versorgt zu sein.

Die aus dem niedrigeren Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel resultierenden Nährstoffmängel gelten heutzutage als eine moderne Form der Unterernährung. Man ist nicht abgemagert, oft ganz im Gegenteil, aber der Körper hungert nach bestimmten Nährstoffen. Und da der Körper bei Mangelzuständen immer zuerst die lebenswichtigen Organe optimal versorgen will, werden diese Mängel zuerst an Haut, Haaren und Nägeln sichtbar.“

Multivitamine gegen Mängel

„Ein tägliches Multivitamin mit Antioxidantien und Mineralien einzunehmen, ist also wirklich sinnvoll. Es ist die allmorgendliche Versicherung gegen Defizite und ein gutes Nährstoff-Fundament für jeden Tag. Ein Multivitamin ist auch dann eine gute Idee, wenn man einer hohen Luftverschmutzung und Passivrauchen ausgesetzt ist oder sogar selbst raucht – denn dann ist der Nährstoffbedarf ohnehin höher als beim Durchschnittsmenschen.“

Worauf ist bei einem guten Multivitamin-Produkt zu achten?

„Ein guter Multivitamin-Komplex sollte immer auch einen Vitamin B-Komplex enthalten, der antioxidativ wirkt und Energie spendet. Außerdem sind die Vitamine C und E die wichtigsten Antioxidantien, zur Neutralisierung freier Radikale. Auch auf die wichtigen Spurenelemente wie Eisen, Chrom, Zink, Selen und Mangan sollte geachtet werden. Ihr Multivitamin sollte aus natürlichen Quellen wie Früchten und Gemüse stammen, denn dann ist die Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit für den Körper am besten. Auch ein Zuviel kann dann einfach ausgeschieden werden, Überdosierungen sind nicht möglich. Perfekt abgestimmt auf die Bedürfnisse des weiblichen Körpers ist beispielsweise Ogaenics Mrs. One-A-Day Multivitamin.“

Das „Sonnenvitamin“ D

„Unsere westliche Ernährung ist sehr arm an Vitamin D, denn das ist vor allem in Innereien und fettem Fisch zu finden. Kein Wunder also, dass laut einer Studie der Bundesregierung ein Großteil der Deutschen von einem Vitamin D-Defizit betroffen ist. Vitamin D wird zwar auch vom Körper selbst gebildet, aber nur bei direkter Sonneneinstrahlung über eine Dauer von mindestens 20 Minuten. Dabei muss die Sonne auch noch hoch am Himmel stehen.

Aber wofür benötigt der Körper Vitamin D überhaupt? Vitamin D unterstützt die Knochendichte und ist für Frauen wichtig als Osteoporose-Prävention. Es ist aber auch unabdingbar für die Bildung gesunder Hautzellen. Das Sonnenvitamin stärkt zudem die Immunabwehr, aktiviert die Fettverbrennung und fördert gute Stimmung. Es macht also für die meisten Menschen definitiv Sinn, täglich – auch im Sommer – ein Vitamin D-Supplement zu sich zu nehmen.“

30% aller Frauen nehmen zu wenig Magnesium zu sich

„Magnesium ist ein Schlüsselmineral in Ihrem Körper und an mehr als 300 Enzymreaktionen beteiligt. Doch 30% aller Frauen in Deutschland nehmen über die Nahrung zu wenig davon auf. Bei weiblichen Teenagern sind es sogar 56%, die zu wenig Magnesium zu sich nehmen. Das ist nicht überraschend, denn die besten Nahrungsquellen für Magnesium sind Kakaobohnen (z.B. in dunkler Schokolade) und allerlei Samen und Kerne – also nicht gerade unsere Hauptnahrungsmittel. Zu den Hauptsymptomen eines Magnesiummangels gehören übrigens Herzrhythmus-Störungen, Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Migräne. Ein gutes Magnesium-Präparat kann hier vorbeugen beziehungsweise Abhilfe schaffen“

Immer zu beachten: Nahrungsergänzungsmittel sind dennoch kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise und gute Ernährung!

 

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