Haare Haarpflege

Keine Bad-Hair-Days mehr – Teil 2

23. März 2016
Natürliche Haarpflege-Profis

Wie die Wahl der richtigen Hautpflege ist auch die Suche nach der passenden Pflege für Haar und Kopfhaut eine ziemliche Herausforderung. Im zweiten Teil meines Haartypen-Specials möchte ich euch deshalb ein paar Tipps geben, welche natürlichen Haarpflege-Alternativen zu den jeweiligen Haartypen passen und wie ihr trotz individueller Problemchen mit der richtigen Pflege für Good-Hair-Days sorgen könnt!Diesmal: fettiges Haar, Schuppen und empfindliche Kopfhaut.

Fettiges Haar – die Kopfhaut in Balance bringen

Wer unter schnell fettendem Haar leidet, kennt es bestimmt: Obwohl gerade frisch gewaschen, wirken die Haare schon wenige Stunden später (besonders an den Ansätzen und in den Längen) wieder ölig und strähnig.

Die Ursache für schnell fettendes Haar findet sich auf der Kopfhaut: An jedes einzelne Haar ist nämlich eine Talgdrüse angeschlossen. Der Talg dient dazu, Haut und Haar zu schützen und deren Widerstandskraft zu erhöhen. Bei schnell fettender Kopfhaut ist die Talgproduktion erhöht, was dazu führt, dass mehr Talg produziert wird, als zum natürlichen Schutz von Kopfhaut und Haar eigentlich nötig wäre. Faktoren wie Klimaveränderungen, Lebensumstände, Alter und vor allem hormonelle Veränderungen beeinflussen dabei die Talgproduktion.

Bei der Pflegeroutine von fettigem Haar ist es wichtig, Feuer nicht mit Feuer zu bekämpfen. Häufige Haarwäschen mit aggressiven Shampoos entfernen zwar das überschüssige Fett und sorgen somit im ersten Moment für gute Ergebnisse, auf Dauer wird die Haut jedoch versuchen, den vorübergehenden Mangelzustand auszugleichen und schnell neues Fett nachproduzieren. Das Ergebnis: Nach kurzer Zeit erscheinen die Haare wieder fettig.

Diese Helfer bringen die Kopfhaut in Balance

Besser ist es, dafür zu sorgen, dass die Kopfhaut wieder ihre natürliche Balance findet. Mild reinigende Shampoos mit Tensiden auf Kokos- oder Zuckerbasis wie das Farfalla sensitve Shampoo Iris-Candeia befreien Haare und Kopfhaut auf sanfte Weise und entfetten weniger stark als herkömmliche Reinigungssubstanzen wie Sodium Laureth Sulfat. Über ein paar Wochen hinweg angewendet bekommt die Kopfhaut so die Gelegenheit, ihr natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Auch Shampoos mit regulierenden Wirkstoffen versprechen Verbesserung: Das Cattier Shampoo Grüne Heilerde sorgt dank milder Tenside für eine sanfte Entfernung von Schmutz. Die Heilerde reguliert zusätzlich die Talgproduktion und absorbiert überschüssiges Fett.

Kleiner Tipp: Bei fettigen Ansätzen und trockenen Spitzen Kuren und Conditioner einfach nur in die Längen einarbeiten und dabei Kopfhaut und Scheitel aussparen.

Schuppen – den Unterschied kennen!

Schuppen sind für die Betroffenen unangenehm und störend. Gerade in dunklen Haaren fallen die kleinen Hautschüppchen besonders auf oder „rieseln“ runter auf Nacken und Schultern.

Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung:

Wichtig für die richtige Behandlung der schuppigen Kopfhaut ist es, zu wissen, um welche Art von Schuppen es sich eigentlich handelt. Man unterscheidet zwischen trockenen und fettigen Schuppen.

Trockene Schuppen sind die Folge einer trockenen, fettarmen Kopfhaut. Im Winter, wenn die natürliche Talgproduktion der Haut zurückgefahren wird und trockene Heizungsluft das Haar strapaziert, bilden sich vermehrt Schüppchen. Auch zu stark entfettende Shampoos können der Grund für trockene Kopfhaut sein. Die Haare wirken glanzlos und stumpf, die Kopfhaut spannt und juckt nach der Haarwäsche. Hier kann es helfen, die Kopfhaut mit einer Extraportion nährender Öle zu versorgen, die für intensive Rückfettung sorgen und die Haut gleichzeitig vor weiterem Feuchtigkeitsverlust bewahren. Das Öl kann einfach vor dem Schlafengehen auf die Kopfhaut aufgetragen werden und über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen wird das Öl mit einem milden Shampoo ausgewaschen. Ein- bis zweimal die Woche angewendet verspricht diese Ölkur eine echte Verbesserung.

Wichtig: Auf silikonhaltige Öle verzichten! Silikone „gaukeln“ den pflegenden Effekt lediglich vor, haben aber keine tatsächliche Pflegewirkung. Eine silikonfreie Alternative sind Produkte aus dem Bereich der Naturkosmetik wie das beruhigende Keshawa Kräuter-Haaröl von Apeiron mit Kokosöl und Auszügen aus der Ecliptapflanze, das die Kopfhaut nährt, die Haarwurzeln stärkt und Irritationen mildert.

Profis für die Schuppenbekämpfung

Neigt man eher zu fettiger Kopfhaut und hat trotzdem mit Schuppen zu kämpfen, kann die Ursache dafür auch eine Vermehrung des Pilzes Pityrosporum ovale sein. Dieser an sich harmlose Pilz gehört zur normalen Hautflora, kann sich aber unter gewissen Bedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme) stark vermehren. Die Stoffwechselprodukte dieses Pilzes können eine reizende Wirkung auf der Kopfhaut auslösen und die Schuppenbildung somit verstärken. Die Kopfhaut juckt und brennt; die Schuppen wirken glasig und fettig.

Bei einer leichten Ausprägung der fettigen Schuppen kann ein Anti-Schuppen-Shampoo erste Hilfe leisten. Zum Beispiel kann das Neem Shampoo von Kadhi dank seiner ausgewogenen Rezeptur für eine deutliche Verbesserung sorgen. Neem-Öl und ätherische Öle haben eine natürliche fungizide Wirkung und bekämpfen dadurch den Pilzbefall und vermindern Juckreiz. Zink beugt weiterer Schuppenbildung vor und hautfreundliche Tenside entfernen sanft überschüssigen Talg, ohne die Kopfhaut zu stark zu entfetten. Auch das Clear & Balance Shampoo Neem-Joazeiro von Farfalla hilft der irritierten Kopfhaut durch die Kombination von Neem-Öl und beruhigendem Joazeiro-Rinden-Extrakt.

Bei starken Kopfhautreizungen und Entzündungen sollte die Behandlung auf jeden Fall mit einem Dermatologen abgeklärt werden. Auch Allergien, Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis können die Ursache für Schuppenbildung sein. Hier hilft nur der Arztbesuch!

Empfindliche Kopfhaut – was tun, wenn´s brennt?

Juckt die Kopfhaut nach dem Waschen, ist gerötet oder brennt sogar, sollte man unbedingt seine Haarpflege-Gewohnheiten umstellen und auf eine besonders milde und reizarme Reinigung setzen. Durch aggressive Tenside wie Sodium Laureth Sulfat wird die Kopfhaut stark entfettet und gereizt. Die natürliche Hautbarriere und die Hautflora werden dadurch in ihrer natürlichen Schutzfunktion gestört und es kann zu Irritationen kommen.

Das Teebaum Shampoo für die irritierte Kopfhaut von Urtekram setzt auf milde Tenside auf Kokosbasis und versorgt die empfindliche Kopfhaut zusätzlich mit beruhigenden Teebaum- und Magnolien-Extrakten sowie feuchtigkeitsspendender Aloe vera.

Wer ganz auf Inhaltsstoffe mit potentieller Reizwirkung verzichten möchte, findet mit dem i+m Freistil Sensitiv Shampoo einen tollen Pflegebegleiter, der ganz ohne Duftstoffe und synthetische Konservierungsmittel auskommt.

Die richtige Pflege bei empfindlicher Kopfhaut

Bei besonders empfindlicher Kopfhaut, die auch auf milde Tenside mit Irritationen und Reizungen reagiert, ist das weiße Lavaerde-Pulver von Logona eine geeignete Alternative. Anders als bei konventionellen Shampoos beruht die reinigende Wirkung hier auf den fett- und schmutzabsorbierenden Eigenschaften der enthaltenen Erde. Das Pulver wird mit etwas Wasser zu einer Paste angerührt und auf Haare und Kopfhaut aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit wieder samt aufgenommenem Fett abgespült. Der Vorteil: Die Reinigung erfolgt ganz ohne reizende Tenside und das Pulver verzichtet vollkommen auf Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Der Nachteil: Diese „schaumlose“ Methode ist etwas gewöhnungsbedürftig – aber eine wahre Wohltat für empfindliche Köpfe.

Aber Achtung: Irritierte Kopfhaut kann auch immer ein Signal für eine Allergie oder andere Hauterkrankungen sein. Im Zweifelsfall also lieber den Dermatologen fragen!

Ich hoffe, dass euch der zweite Teil des Haartypen-Specials gefallen hat, ihr ein paar Anregungen mitnehmen konntet und euch meine Tipps zu jeder Menge „Good-Hair-Days“ verhelfen werden.

Bis bald und liebe Grüße
Eure Tina

Natürliche Haarpflege-Helfer

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3 Kommentare

  • Antworten Simone 20. April 2016 at 12:34

    Danke, dieser Artikel (Teil 1 und 2) hat mir wirklich sehr bei meiner Suche nach Alternativen zu konventionellem Haarewaschen geholfen. Du schreibst informativ und mit viel Hintergrundwissen, gleichzeitlich schön übersichtlich. Außerdem plädierst du auch für „weniger ist mehr“, was Deinen Artikel vertrauenswürdig macht. Meine Kopfhaut ist sehr empfindlich und ich habe nun einige Wochen ein paar Deiner Ratschläge befolgt und Lavaerde und Neem Schampoo benutzt, außerdem wasche ich nicht mehr jeden Tag und siehe da, meine Haare und die Kopfhaut fühlen sich wirklich besser an.
    Ich für meinen Teil hoffe noch mehr von Dir lesen zu können, danke!

  • Antworten Carola 24. März 2016 at 12:18

    Finde es gut, dass dein Artikel inhaltlich gut recherchiert ist und auch an zwei Stellen darauf verwiesen wird, dass man bei schwerwiegenden/hartnäckigen Problemen einen Facharzt aufsuchen sollte 🙂

    • Antworten Tina 31. März 2016 at 14:44

      Liebe Carola,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! 🙂
      Ich finde es wichtig, immer auf die Grenze zwischen Kosmetik und Medizin hinzuweisen. Sobald es um eine Krankheit geht, kann ich nur empfehlen, eine Experten aufzusuchen!

      lieben Gruß
      Tina

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