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Haarige Sünden: Wetten, du kämmst falsch herum?

10. Juni 2016

Schöne Haare möchte wohl jede(r) von uns haben. Mal abgesehen von dem, was uns die Natur so mitgegeben hat, können wir aber auch einiges dafür tun. Oder eben auch gerade NICHT tun, denn im Laufe des Tages begehen wir so manche haarige Sünde und das oft, ohne es zu wissen.

Färben, Blondieren und tägliches Waschen schadet auf Dauer den Haaren. Das ist zunächst nichts Neues und manchmal nehmen wir es eben in Kauf. Aber wie steht es mit den kleinen Haar-Sünden, die wir ganz unbewusst begehen? Es wäre doch einfach, wenigstens diese Fehler zu vermeiden. Daher haben wir für euch einige häufige Haar-Irrtümer entlarvt!

„Ich mache keine Haarkuren, ich benutze ja Conditioner.“

Conditioner nach dem Waschen zu verwenden ist grundsätzlich gut, aber kein Ersatz für eine Haarkur. Denn dabei handelt es sich um ein völlig anderes Produkt. Der Conditioner umhüllt das Haar, macht es dadurch geschmeidiger und glatter, hat aber nur eine geringe Pflegewirkung. Im Gegensatz dazu dringt eine Haarkur tief ins Haar ein und führt ihm Pflegestoffe zu, die es von innen kräftigen und reparieren. Je nach Zustand eurer Haare solltet ihr ein- bis zweimal Mal pro Woche eine Haarkur machen und an diesen Tagen auf Conditioner verzichten.

Extra-Tipp: Die meisten von uns massieren Conditioner wie ein Shampoo ins gesamte Haar ein. Auf diese Weise können aber die Ansätze beschwert und die Kopfhaut strapaziert werden. Also lieber nur in die Längen und Spitzen geben!

„Ich gehe abends einfach mit nassen Haaren schlafen – so trocknen sie über Nacht schonend an der Luft.“

Dass Föhnen Stress für die Haare bedeutet, ist absolut richtig. Mit nassen Haaren schlafen zu gehen, ist aber auch keine gute Lösung. Denn unsere Haare sind im feuchten Zustand empfindlich wie Prinzessinnen auf der Erbse, so dass sogar die Reibung am Kissen die Haarstruktur aufraut und sie stumpf und brüchig werden lässt. Sie hingegen tagsüber an der Luft trocknen zu lassen, tut ihnen aber tatsächlich gut.

Extra-Tipp: Auch das Trockenrubbeln nach dem Waschen gefällt den Haaren gar nicht. Besser ist es, das Wasser vorsichtig mit einem Handtuch herauszudrücken.

„Föhnen muss schnell gehen. Je länger man föhnt, desto schlechter ist es für die Haare.“

An dieser Aussage ist schon etwas Wahres dran: Je weniger man föhnt, desto besser. Um die Zeit zu verkürzen, stellen viele aber die Temperatur des Föhns höher und das wiederum ist schlecht für die Haare. Dann lieber länger, aber auf der niedrigsten Temperaturstufe föhnen und immer mindestens zwanzig Zentimeter Abstand vom Haar halten.

Extra-Tipp: Föhnt von oben – vom Ansatz zu den Spitzen. Das glättet die Struktur und verleiht schönen Glanz.

„Ich habe kein Glätteisen, Hitzeschutz brauche ich also nicht.“

Hey, es heißt „Hitzeschutz“, nicht „Glätteisenschutz“. Weshalb? Weil jede Art von Hitze schädlich für die Haare ist – auch die von Föhn, heißen Lockenwicklern & Co. Sogar die Wärme der Sonne schadet dem Haar. Verwendet also wirklich immer einen Hitzeschutz und geht nicht zu sparsam damit um, denn im Grunde ist er wie Sonnencreme für die Haare: Nur wo das Produkt hinkommt, ist das Haar vor dem Verbrennen geschützt. Am besten also Strähne für Strähne auftragen und anschließend mit einem grobzinkigen Kamm vorsichtig durcharbeiten.

Extra-Tipp: Achtet darauf, bis zu welcher Temperatur euer Hitzeschutz wirkt. Manche schützen nur bis ca. 180 Grad, ein Glätteisen oder Lockenstab arbeitet aber oft mit Temperaturen um 200 Grad.

„Meine Haare bürste ich immer vom Ansatz bis zu den Spitzen.“

Was hier ganz logisch klingt, ist leider falsch. Denn vorhandene Knoten werden auf diese Weise nur weiter nach unten verschoben und werden immer fester, bis man sie regelrecht herausreißen muss. So geht es richtig: Eine Haarsträhne am Ansatz in die Hand nehmen und an den Spitzen zu bürsten anfangen. Dann langsam hocharbeiten.

Extra-Tipp: Nasse Haare bitte niemals mit der Bürste quälen, sondern mit einem grobzinkigen Kamm entwirren.

„Wo ich föhne? Im Bad natürlich, wieso?“

Zugegeben, das Bad ist leicht von herumliegenden Haaren zu befreien und man ist nach dem Haarewaschen ja sowieso schon dort. Dennoch solltet ihr in Zukunft besser in ein anderes Zimmer ausweichen. Der Wasserdampf der Dusche lässt die Luftfeuchtigkeit im Bad nämlich extrem ansteigen, selbst in Bädern mit Fenstern. Als Folge dauert das Föhnen länger, außerdem entsteht Frizz und die Frisur fällt schneller zusammen.

Extra-Tipp: Oft ist der Flur zum Föhnen gut geeignet. Man stört meistens niemanden und da er kleiner als die „richtigen“ Zimmer ist, kann man ihn auch leichter sauber zu halten. Einfach vor dem Föhnen alle Türen schließen, dann bleiben die anderen Räume haarfrei.

„Ich trage immer einen Pferdeschwanz, denn zu viel Styling schadet den Haaren.“

Kaum jemand glättet oder lockt sich vor dem Zusammenbinden aufwändig die Haare – Stylingschäden kommen beim Pferdeschwanz also tatsächlich nicht allzu häufig vor. Trotzdem mögen die Haare diese Frisur nicht so gern, denn ein streng gebundener Pferdeschwanz zieht permanent an den Haarwurzeln – so können sie sogar ausreißen. Außerdem wird die Stelle, an der das Haargummi sitzt, durch den Druck belastet und geknickt. Also lieber ab und zu zwischen offen tragen, Pferdeschwanz, Dutt und vielleicht auch mal einer schönen Flechtfrisur wechseln!

Extra-Tipp: Haargummis mit Metallverschluss arbeiten wie kleine Rasiermesser an den Haaren. Inzwischen gibt es aber zahlreiche Alternativen wie Stoffbänder oder Ringe aus weichem Plastik. Diese halten sehr gut und vermeiden sogar den typischen Pferdeschwanz-Knick.

„Egal, wie viel ich pflege, ich bekomme kein Volumen in meine Haare.“

Klar, richtige Wunder können auch gute Volumenprodukte nicht bewirken. Der gewünschte Effekt wird aber oft auch deshalb nicht erreicht, weil wir unsere Haare schlicht überpflegen. Die meisten Pflegeprodukte hinterlassen Rückstände, welche das Haar auf Dauer schwer machen und schwunglos herunterhängen lassen. Mit einem einfachen Trick könnt ihr prüfen, ob eure Haare überpflegt sind: Spült die Haare nach dem Shampoonieren gründlich aus. „Quietscht“ es? Falls nicht, sind noch Pflegerückstände da. Dagegen hilft, nach ca. drei bis vier Wäschen ein spezielles Reinigungsshampoo zu verwenden. Danach können die Pflegeprodukte wieder ihre volle Wirkung entfalten!

Extra-Tipp: In manchen Gegenden ist das Leitungswasser besonders kalkhaltig. Der Kalk legt sich wie ein Schleier auf das Haar und lässt es platt und stumpf aussehen. Auch dagegen hilft ein Reinigungsshampoo, welches ihr ruhig bei jeder zweiten Wäsche anwenden könnt.

Na, fühlt ihr euch ertappt? Ich leider ja. Jetzt nehme ich mir aber ganz fest vor, mich zu bessern, damit es beim nächsten Friseurbesuch nicht wieder heißt: „Oh, oh, bei den kaputten Spitzen müssen aber wieder einige Zentimeter ab, Darling!“

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7 Kommentare

  • Antworten Ivalina 6. Februar 2017 at 21:48

    Ich liebe Deinen haarigen Beitrag, Darling! Hat mir viel zu denken gegeben…

  • Antworten ShoppingMoni 17. Juni 2016 at 22:44

    Hilfe was man alles verkehrt machen kann! Gut dass ich nicht mit nassen Haaren ins Bett gehe, ich wusste ja nicht dass sie so darunter leiden 🙂
    Außerdem fällt mir auf dass mal wieder dringend eine Kur notwendig ist. …Danke für die Tipps

    • Katharina
      Antworten Katharina 21. Juni 2016 at 9:22

      Liebe ShoppingMoni,

      gerne! Ich wusste vorher auch nicht, dass unsere Haare solche Diven sind 🙂

      Liebe Grüße,
      Kathy

  • Antworten KaNo 14. Juni 2016 at 10:21

    Hallo Kathy,
    wieder etwas gelernt. Also meine Haare sind kürzer als meine Wet Brush breit ist. Zum Föhnen brauche ich eine Rundbürste, da reicht die Wet Brush leider nicht.
    Eine Haarspülung habe ich in der Dusche stehen. Aus Gewohnheit verwende ich die Spülung nicht wie ein Shampoo, sondern arbeite es leicht in die Haare ein wie bei einer Tönung. Während ich mich mit Duschgel „bearbeite“ lasse ich die Spülung einwirken. Zumindest da klappt es mit der Einwirkzeit. Zumeist gestaltet sich meine Duscherei in eine Wellnessdusche mit allem Zip und Zap, denn dafür nehme ich mir die Zeit.
    Wenns mal schnell gehen soll, wasche ich meine Haare überm Waschtisch und dann ist Leave-in-Pflege angesagt.
    Ähm, mir sind da noch ein paar Sachen unklar. Vielleicht kannst Du mir da weiterhelfen.
    1. Mein Föhn (Babyliss) hat eine ich nenne es mal Kaltföhntaste, aber wofür setze ich die ein?
    2. Zum besseren Verständnis: ein anderes Wort für Haarspülung müsste wohl Conditioner sein. Aber gibt es einen Unterschied zwischen einer Haarkur und einer Haarmaske und wie wendet man eine Haarmaske überhaupt an? Für mich hört sich das alles gleich an.
    Viele liebe Grüße – KaNo

    • Kathy
      Antworten Kathy 14. Juni 2016 at 11:11

      Liebe KaNo,

      zu deiner ersten Frage: Die Kaltföhntaste kann einerseits zum schonenden Trockenföhnen genutzt werden und andererseits, um Styling zu fixieren, beispielsweise wenn man die Haare mit der Rundbürste föhnt. Vor dem Entfernen der Strähne aus der Bürste ein paar Sekunden auf kalt umstellen, dann bleiben die Haare besser in Form.

      Conditioner und Spülung bezeichnen die gleichen Produkte, das ist richtig. Zwischen Haarkuren und Haarmasken besteht ein fließender Übergang. Ganz grob kann man sagen, dass Haarmasken eine noch intensivere Pflegewirkung haben, meistens aber auch verbunden mit einer deutlich längere Einwirkzeit. Während Haarkuren manchmal auch die Kopfhaut pflegen sollen, sind Haarmasken nur für die Haarpflege gedacht – für die Kopfhaut sind sie meistens zu „schwer“.

      Liebe Grüße,
      Kathy

  • Antworten KaNo 14. Juni 2016 at 0:25

    Hallo Kathy,
    ein sehr informativer Bericht, den ich mir hoffentlich auch zu Herzen nehme.
    Meine kurzen Haaren von der Spitze zum Ansatz bürsten? Das stelle ich mir etwas kompliziert vor. Es ist eher was für längere Haare oder?
    Vor einer Weile habe ich mir eine Wet Brush gekauft, mit der ich absolut zufrieden bin. Die meisten meiner Noppenbürsten zerlegen sich nach kurzer Zeit und sind die reinsten Kratzbürsten für Haar und Kopfhaut. Mit der Wet Brush verwöhne ich meine Haare und die Kopfhaut wird gleich mit einer angenehmen Massage angenehm durchblutet. Herrlich, ich will nicht mehr ohne meine Wet Brush.
    In letzter Zeit habe ich mich beim Haarewaschen beobachtet und mir ist in der Tat aufgefallen, dass ich weder eine Haarkur noch einen Conditioner verwende. Mir ist die Einwirkdauer von Haarkur oder Conditioner lästig und verwende lieber das Arganöl von Douglas Hair oder das Haarpflege-Spray von Bumble and Bumble (Testgröße). Meine Haare föne ich wie gewohnt.
    Durch die Doubox bin ich damals auf Alterna aufmerksam geworden und wollte schon immer die Leave-in-Pflegekur Caviar Seasilk Milk von Alterna ausprobieren. Nicht nur für meinen Geldbeutel ist es ein ganz besonderer Luxus, für meine Haare ebenfalls. Ich habe es gestern bestellt und bin schon sehr gespannt. Aber Frau gönnt sich ja sonst nichts. 😉
    Das mit dem Haarequitschen kannte ich noch nicht und wird in meine Pflegeroutine eingearbeitet. Danke auch für diesen Tipp.
    Viele liebe Grüße – KaNo

    • Kathy
      Antworten Kathy 14. Juni 2016 at 9:30

      Liebe KaNO,

      es kommt darauf an, wie kurz deine Haare sind. Wenn sie länger sind als die Bürste breit ist, dann sollte man schon an den Spitzen anfangen. Bei kurzen Haaren muss man aber nicht ganz so vorsichtig sein, da sie nicht so „alt“ und dadurch belastet sind wie langes Haar. Conditioner und ab und an eine Haarkur sollte man aber auch Kurzhaarfrisuren gönnen. Geduld für die Einwirkzeit habe ich zwar eigentlich auch nicht, nutze sie aber beispielsweise einfach zum Zähneputzen unter der Dusche 🙂

      Liebe Grüße,
      Kathy

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